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Airbnb und Dienstreisen: Wie sich die Plattform jetzt auch an Travel Manager wendet

Airbnb und Dienstreisen: Wie sich die Plattform jetzt auch an Travel Manager wendet

2. Mai, 2017

Die Onlineplattform Airbnb wendet sich mit neuen Funktionen nun auch an Geschäftsreisende und Travel Manager. Dass sich Airbnb und Dienstreisen nun einfacher kombinieren lassen, ist gerade hinsichtlich der Travel Policy eine bedeutende Änderung.

 

Im Grunde ist die Kombination Airbnb und Dienstreisen nichts Neues, sondern der eigentliche Ursprung des Unternehmens. Als im Herbst 2007 alle Hotels in San Francisco wegen einer Designer-Konferenz ausgebucht waren, hatten drei Junggründer eine spontane Geschäftsidee. Nachdem sie mehrere Luftmatratzen aufgeblasen und Frühstücks eingekauft hatten, luden sie auf einer Webseite zum „Air Bed and Breakfest“ ein.

 

Nathan Blecharczyk, Brian Chesky und Joe Gebbia ebneten damit den Weg zu einer der am schnellsten wachsenden Internetfirmen des letzten Jahrzehnts.

 

 

Verreise für die Arbeit, fühl dich wie Zuhause, wirbt Airbnb heute. Einst in die Welt des Gastgewerbes als Vermittler von Wohnraum für Messe- und Kongressbesucher eingestiegen, besinnt sich das US-amerikanische Unternehmen nun zurück auf seine Wurzeln: Das neue Business Travel-Segment richtet sich direkt an Travel Manager und Mitarbeiter, die beruflich unterwegs sind.

 

Funktionieren tut es so: Airbnb bietet Firmen sowie Geschäftsreisenden die Möglichkeit, dem Angebot beizutreten indem sie sich auf der Seite anmelden. Sind sie schließlich auf der Suche nach einer Unterkunft, weist ihnen Airbnb via spezieller Abzeichen den Weg zur passenden Logie.

 

Airbnb und Dienstreisen: Was hat sich geändert?

Die Inserate, die für Geschäftsreisende „geeignet“ sind, sind mit einem Aktentaschensymbol gekennzeichnet und erfüllen bestimmte Voraussetzungen: Die Ausstattung der Unterkunft, der Check-in, die Bewertungen, Antwortrate des Gastgebers und dessen Engagement orientieren sich demnach an den Bedürfnissen des Business Travellers. Dazu gehören beispielsweise WLAN, Bügeleisen, Kleiderbügel, Laptop-freundliche Arbeitsplätze und ein Parkplatz.

 

Ein neues Tool wendet sich nun auch direkt an die Travel Manager der Unternehmen, indem es mehr Transparenz und eine genauere Rechnungslegung bietet. Travel Manager können nun Unterkünfte für jeden registrierten Geschäftsreisenden der Firma buchen. Auch können sie alle Buchungen verwalten, Berichte im CSV-Format exportieren und in Kontakt mit den Gastgebern treten.

Airbnb reagiert mit seinem neuem Geschäftszweig auf einen gegenwärtigen Trend. Zwei von drei Geschäftsreisenden sind offen für Angebote der Sharing Economy, wie die Studie „Chefsache Business Travel 2016“ belegt.

 

Oft geht es dabei um mögliche Einsparungen und die hohe Flexibilität, vor allem hinsichtlich Langzeitaufenthalten. Hier sind beispielsweise Waschmöglichkeiten und Küchenzeilen wichtige Features.

 

Für Unternehmens-Workshops wiederum bietet sich die Buchung ganzer Häuser an, in denen die Teilnehmer als Gruppe untergebracht werden können. Carsharing-Angebote wie Car2go und Drive Now und Taxidienste wie Uber werden ebenfalls immer mehr genutzt  oder würden gerne genutzt werden.

 

 

Ein Trend und seine Hindernisse 

Oftmals sind die Travel Policies der Unternehmen noch nicht auf die Bedürfnisse der jüngeren Generation abgestimmt. Deren Mitglieder tendieren stark zu Angeboten der Sharing Economy, da sie mit den neuen Dienstleistungen aufgewachsen sind. Sie möchten sie nicht nur privat nutzen. Dass sich Airbnb und Dienstreisen jetzt einfacher kombinieren lassen, könnte etwas ändern.

 

Laut einer Studie des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR) erlauben 50 Prozent aller Travel Manager Carsharing-Angebote (noch) nicht  Airbnb und Uber werden von nur 30 Prozent in den Reiserichtlinien berücksichtigt.

 

Das liegt auch daran, dass sich die Angebote bislang nur schwer in klassische Buchungsprozesse einbinden ließen. Concur war einer der ersten IT-Anbieter, der seine Travel-Management-Software zumindest mit Airbnb und Uber verlinkte.

 

2014 ging Airbnb eine Kooperation mit Concur’s TripLink ein, das es Geschäftsreisenden erlaubt, direkt über Airbnb zu buchen. Das gesamte Kostenmanagement wird dabei zum Finanzdienstleister zurückgeführt wird.

 

Durch die neuen Business Travel-Tools können auch Geschäftsreisebüros die Buchung über Airbnb einfacher übernehmen und in ihr Reporting integrieren.

Grafik via biztravel.fvw.de

Was bleibt, ist die Skepsis gegenüber Sicherheitsthemen verschiedener Arten von Unternehmensseite. Inge Pirner, Travel Managerin des IT-Spezialisten DATEV, verweist auf rechtliche Probleme bei der Nutzung von Sharing Services. Als Risiko nennt sie beispielsweise die mögliche Weitergabe persönlicher Daten der Nutzer.

 

Auch Firmeninterna seien möglicherweise in Gefahr, da private WLAN-Netzwerke und damit geschäftliche E-Mails nicht so gut geschützt seien wie in Hotels.

 

Ebenfalls kritisch sehen Experten Brandschutz und Sicherheitsanforderungen, die in Hotels nach strengen Kriterien erfüllt werden müssen. Airbnb legt hier die Verantwortung einzig und allein in die Hände der Eigentümer.

 

Airbnb’s Neuausrichtung = relevant für die Travel Policy?

Wirkliche Resonanz finden diese Sorgen auf Seiten der Geschäftsreisenden aber nicht. Die Präferenz einer Hotelübernachtung liegt hier meist woanders begründet. Ein fehlendes Frühstücksbuffet etwa oder Unsicherheiten hinsichtlich der Sauberkeit sind ausschlaggebend.

 

Letzteres kontert Marc McCabe, Manager des Geschäftsreisesegments, mit dem Hinweis auf die Gästebewertungen und darauf, dass jeder Vermieter selbst gewillt ist, seine Gäste zufriedenzustellen: „Es geht um Reputation. Die Anbieter wollen schließlich weitere Kunden finden“.

 

So könne sich der neue Airbnb-Geschäftszweig langfristig zu einem Angebot entwickeln, dass Travel Manager zur Revision ihrer Travel Policy anregt. Von Unternehmensseite auch beziehungsweise gerade aufgrund der möglichen Einsparungen.

 

 

Alle Infos zu diesem Thema und Antworten auf die Frage, ob die Sharing Economy Teil der Travel Policy sein sollte, hat der VDR in dieser Studie übersichtlich zusammengefasst. Wie Travel Manager das Projekt angehen und dabei weitere Bedürfnisse des „Modern Business Traveller“ (wie beispielsweise Bleisure) berücksichtigen können, haben wir hier beschrieben. Eine Anleitung zur Erstellung einer Travel Policy findest du in diesem Artikel.

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